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 Pflege und Anzucht
1. Ab wann sollte ausgesät werden?
Das hängt zum Teil davon ab, welche Sorten man anbauen möchte! Manche Sorten aus der Gattung Capsicum chinense wachsen sehr langsam und brauchen teilweise bis zu 120 Tage, um ihre Früchte völlig ausreifen zu lassen. Jalapenos aus der Gattung Capsicum annuum brauchen dagegen nur ca. 60 Tage, um abzureifen. Je nachdem, wie es mit dem Platzangebot aussieht, empfiehlt es sich, im Februar mit der Aussaat zu beginnen damit man, wenn es draußen warm wird, schon einen kleinen Wachstumsvorsprung hat. Wer seine Pflanzen im Dezember bereits auf der Fensterbank vorzieht und im Frühjahr dann in Kübeln auf den Balkon stellt, wird auch mit schwierigen Sorten gute Ergebnisse erzielen.
2. Vorbereitung und Zubehör!
Als ersten Schritt legt man alle Samen zum Einweichen 12-24 Std in ca. 20°C warmen Kamillentee ein. Dadurch verringert sich die Keimzeit der einzelnen Samen erheblich. Gute Samen sinken zu Boden und schlechte schwimmen auf der Oberfläche. Zur Aussaat benutze ich ausschließlich gute, vorher durchgesiebte Anzuchterde! Gegenüber den alternativ verwendeten Torfquelltöpfen und Kokohum erziele ich hiermit ein fast doppelt so schnelles Wurzelwachstum. Die Vermehrung über Stecklinge ist meiner Erfahrung nach bei Capsicum-Arten eher unbefriedigend. Am besten zu der Anzuchterde eignen sich Mini-Gewächshäuser mit Heizung, in denen eine hohe Luftfeuchtigkeit sowie eine Temperatur von 26°C - 30°C herschen sollte. Nun befüllen wir unsere zuvor gereinigten Anzuchttöpfe (Joghurtbecher etc.) mit der Anzuchterde, drücken diese etwas fest und stechen mit einem Gegenstand, z.B einem Kugelschreiber oder Bleistift, ca. 5mm tiefe Löcher in die Erde und legen unsere Samen hinein. Danach mit Erde bedecken und etwas festdrücken. Zu guter Letzt noch wässern (wenn möglich mit Regenwasser), aber nie zu nass, sonst droht Schimmel. Immer nur feucht halten und die ganzen Töpfe in das zuvor auf Temperatur gebrachte Zimmergewächshaus stellen.
3. Das Licht!
Nach gut ein bis zwei Wochen müssten einige Chilis schon langsam ihr Köpfchen aus der Erde strecken und brauchen nun ausreichend Licht. Gerade in den Wintermonaten ist das natürliche Sonnenlicht viel zu gering und so können die Chilis schnell lang und spargelig sowie die Blätter gelb werden. Man kann sich im Geschäft seines Vertrauens Kunstlicht in Form von Leuchtstoffröhren besorgen. Bewährt haben sich da 120cm-36 Watt Osram Coolwhite (Active) mit der Farbnummer 840. Diese Lampen sind in der Anschaffung recht günstig und auch der Stromverbrauch ist überschaubar. Die Lampen sollten ca. 20cm über den Pflanzen aufgehangen werden und je nach Bedarf schon 12-14 Std. pro Tag in Betrieb genommen werden.
4. Das Pikieren (vereinzeln)
Sobald sich dann das zweite echte Blattpaar (nach den Keimblättern) entwickelt hat, wird in ein Gemisch aus 50% Torf, 20% Kokosfasern, 20% Kompost, 10% Kies (ca 3-5mm Korngröße) umgetopft. Die Ausnahme bilden hier einige Wildsorten, bei denen ich mit anderen Mischungen bessere Ergebnisse erziele. Alternativ kann auch sehr gute Blumenerde verwendet werden. Um die kleinen Pflänzchen sicher aus ihren Töpfen herauszubekommen, drücken Sie die Seiten des Topfes zusammen und lassen alles vorsichtig herausrutschen. Die kleinen Pflanzen von der überschüssigen Erde befreien und dabei auf die kleinen zerbrechlichen Wurzeln achten. Nun kann alles in größere Töpfe, ca. 12cm, umgetopft werden. Dazu die Pflanzen ruhig mit dem gesamten blattlosen Stiel in die Erde einpflanzen. Zur besseren Wurzelbildung kann Algensubstrat zugeführt werden. Die Düngung erfolgt dann flüssig über diverse Zubereitungen (Brenesseljauche u.a.) Hier gilt wieder weniger ist mehr.
5. Zu guter Letzt!
Letztlich werden die Pflanzen je nach Art in entsprechend große Kübel (12-25 Liter) oder ins Beet gesetzt (Windschutz). Dort erfolgt die Düngung mit Pferdemist und Kompost. Zusätzlich werden nach Bedarf Hornspäne eingearbeitet. Von den chemischen Düngern habe ich auf Grund der häufigen Verunreinigung mit Schwermetallen und anderen Giftstoffen völlig Abstand genommen. Sehr zu empfehlen ist auch Hakaphos Spezial.
5.1 Die Schädlings- und Krankheitsbekämpfung erfolgt ausschliesslich über Nützlinge und Kräuterbrühen. Bei außreichender Luftfeuchtigkeit (Weisse Fliegen) hatte ich bisher jedoch keine nennenswerten Probleme mit Schädlingen. Ok, der obligatorische Blattlausbefall, aber das spielt sich im Freien schnell wieder ein.
5.2 Nach dem Abernten im Herbst werden die Pflanzen größtenteils entblättert und beziehen ihr Winterquartier in einem hellen Raum bei ca. 15-18° C. Anfang März schneidet man sie dann ordentlich zurück, so dass sie bis zum Raussetzen Anfang Mai schon ordentlich Blattmasse aufgebaut haben.
Diese Tipps sind jedoch keine Garantie für eine erfolgreiche Chilizucht, da diese von vielen Faktoren abhängt. Sie dienen lediglich als kleine Richtlinie.
Freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Samenzwerg.
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